Der Schneeberger Reformationsaltar ist eines der umfangreichsten Werke der Cranacher Werkstatt. Er wurde 1532 in Auftrag gegeben und bis 1539 durch Lukas Cranach, seinen Sohn sowie einer Werkstatt angefertigt.

Der Altar hat ein festes Bildprogramm, das wesentliche Geschichten der Bibel in einen theologischen Zusammenhang stellt. Oben sehen Sie drei Ausschnitte aus der „Werktagsseite“. Die Szenen dieser Seite entstammen einem sehr bekanntem Bildmotiv des Malers, das wir in verschiedenen Variationen kennen. Wir sehen, wie der Mensch durch Christus gerechtfertigt wird. Dies war die Hauptaussage der Reformation. Die Festtagsseite des Altars wird in der Mitte durch das übermächtige Bild von der Kreuzigung Christi bestimmt. Der Bildaufbau zeigt auf der linken Seite die Glaubenden, auf der rechten Seite die, die Christus ablehnen.

Für Cranach war beispielsweise das wehende Lendentuch Christi ein Zeichen für das Leben, das aus dem Kreuz dem Glaubenden erwächst. Hier nicht sichtbar – wird das Mittelbild von zwei Seitenflügeln umgeben, die Christus mit Kelch und die Auferstehung zeigen. Auf diesen Bildern sind auch die Stifter des Altars zu sehen. Die Altarpredella, die immer sichtbar ist, zeigt die Darstellung des Abendmahles. Der rückwärtige Zustand des Reformationsaltars enthält zwei Seitenbilder mit der Darstellung der alttestamentlichen Geschichten von Sintflut und Sodom und Gomorra. Rechts sehen Sie einen Ausschnitt, der Lot mit seinen Töchtern zeigt. In das Mittelbild malt Cranach, wie die Glaubenden nach ihrem Tod von Christus im Himmelreich empfangen werden. Die sich ursprünglich darunter befindende Predella, wurde beim Fliegerangriff 1945 vernichtet. Während des Abendmahls im Gottesdienst geht die Gemeinde um den Altar. Das Werk der Cranach-Familie wurde zwischen 1992 und 1996 restauriert und am 14. Juli 1996 wieder in St. Wolfgang seiner Bestimmung übergeben.

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