Architektur und Baugeschichte

Der Silberreichtum des Erzgebirges ermöglichte in Schneeberg den Bau unserer St. Wolfgangskirche.
Als Baumeister ließen sich Hans von Torgau und Fabian Lobwasser gewinnen. Über der Grundform der dreischiffigen Basilika mit 61 Metern lichter Länge und 27 Metern Breite wird etwa ab dem Jahr 1530 eine gleichförmige und umlaufende Empore auf Rundbögen errichtet. Damit verschmilzt die Architektur zu einer gewollten Einheit von Kirchenschiff und Altarbereich, jede Barriere ist aufgehoben. Dies entspricht dem evangelischen Kirchenverständnis der „Priesterschaft aller Gläubigen“. Die Frühform der lutherischen Predigtkirche ist damit vollendet.

1539 erhält die Kirche als Stiftung des Kursächsischen Hauses Wettin den zwölftafligen Reformationsaltar von Lucas Cranach d.Ä..
Das Gotteshaus erfuhr im Laufe der Jahrhunderte eine Vielzahl von Veränderungen. Nach der Zerstörung durch amerikanische Tiefflieger im Jahre 1945, bemühten wir uns, die Kirche in ihrer ursprünglichen Klarheit und Schlichtheit wieder aufzubauen. Auch der barocke Taufstein, der vom Bildhauer Caspar Hahnel 1714 aus weißem Marmor geschaffen wurde, zieren am Fuß und dem ausladendem oberen Teil rotes Mamor. Diese sind Ergänzungen zum im 2.Weltkrieg verlorenen Teile.
Der aus den Flammen des 2. Weltkriegs gerettete Cranach-Altar wurde an seinem ursprünglichen Platz wieder aufgebaut. Neue Architekturelemente nehmen die Formensprache unserer Zeit auf, jüngstes Beispiel hierfür ist die Kanzel, die wie ein „schwebender“ Betonkörper errichtet ist.